Da hab ich Zyklus 2 auch schon fast rum. Nur hoffen das ich mir jetzt nichts mehr einfange, weil ich noch inmitten vom Zelltief stecke. Über Osten auf der Isolationstation liegen ist bestimmt richtig mies. Also: Daumendrücken! Dann habe ich Dienstag meine erste und Donnerstag meine zweite Untersuchung. Die Ergebnisse werde ich wohl erst die Woche drauf erfahren, da sich die Experten aus Köln die Ergebnisse erst anschauen und dann entscheiden, wie es mit mir weitergeht. Das Beste was wie erwähnt passieren kann: Es ist kaum bis nichts mehr an Krebszellen nachzuweisen und ich komme mit noch 2 weiteren Zyklen aus und bin dann fertig damit. Hoffentlich. Ich sitze hier nämlich grad auf dem Sofa mit nem Ruhepuls von 130. Den Wert hatte ich das letzte Mal vor nem Jahr, als ich 3 Kilometer durch den Wald gerannt bin. Bei dem kleinsten Spaziergang bekomme ich dann auch Herzstechen. Nicht schön. Meine erste Angst: Ich bekomme gleich einen Herzinfarkt! Aber scheinbar ist das eine "ganz normale Reaktion" auf die Chemo. Scheusslich. Daher hoffe ich umso mehr, mit 2 Zyklen davon zu kommen. Sowas jagt einem doch ganz schön Angst ein. Die letzten Tage waren sowieso wieder sehr sehr schwer für mich. Ich glaube die Medikamente vom Tag 8 bekommen mir nicht so gut, wie die anderen die es sonst so gibt. Fühle mich danach noch schlapper und kaputter als ohnehin schon. Jetzt bin ich der Meinung, könnte langsam wieder bergauf gehen, sodass ich Ostern genießen kann. Außerdem muss ich den Dreck ja auch wieder erfolgreich verdrängen können um Fit für Zyklus 3 zu sein. Das hat letztes Mal ja doch einigermaßen geklappt. Jedenfalls habe ich diesen Zyklus nicht so mit Mundschmerzen zu kämpfen, jedenfalls Etwas. Dafür habe ich leichte Unterleibsschmerzen und Blutungen. Wird wahrscheinlich grade alles kaputt gemacht "da unten". Aber das ist nicht weiter Schlimm. Solange ich nach der Therapie GESUND bin und das die "einzige" Nebenwirkung ist, dass ich Unfruchtbar bleibe, bin ich sehr zufrieden.
Die letzten Tage gab es wieder sehr viel emotionalen Zuspruch aus dem Bekanntenkreis. Half mir sehr. Die Nachbarinnen haben mir und den Kindern Ostereier gefärbt, kleine Aufmerksamkeiten gebracht und zeigen einfach "das sie da sind". Der Kindergarten gibt beim Abholen immer ein ganzes Menü für uns mit, dass wir nicht mehr kochen brauchen. Salat, ne Mahlzeit für jeden, Pudding und auch Obst. Total toll. Heute war ich beim Geburtstag meiner Schwester und habe auch wieder viel geredet, und es tut so gut. Ich bin überhaupt nicht der Typ der die Krankheit stillschweigend hinnimmt, ich rede "gern" darüber. Es hilft mir ungemein. Mich stören merkwürdigerweise auch kaum die Blicke, wenn man unterwegs ist so mit Kopftuch. Das einzige was gewöhnungsbedürftig ist sind die Blicke der Menschen, wenn man in der Aplasie total eingepackt mit Mundschutz rumläuft. Diese mitleidigen Blicke, oder aber:,, Oh Gott, was hast du nur? Bleib bloß fern von mir!". Aber ich denke daran muss man sich gewöhnen. Halte an meinem Standpunkt fest: Solange ich diese Zeit, die ich ja EVENTUELL schon zur Hälfte rum habe, nur ohne stationären Aufenthalt überstehe, bin ich dankbar. Natürlich mit dem Ziel eine Vollremission zu bekommen. Alles andere wäre echt Mist. Ich weiß nicht, wie eine andere Diagnose mich psychisch "aufrecht erhalten würde". Werde vermutlich die ganze nächste Woche nicht schlafen können und die armen Leute aus dem Forum ziemlich nerven. Das sind übrigens auch ganz liebe Menschen, alle mit der selben Vorgeschichte oder mittendrin, die meisten haben es geschafft, die anderen sind im "zweiten Anlauf". Aber man bekommt auf jede Frage eine Antwort, erst recht das mit dem Ruhepuls haben wohl sehr viele gehabt, und das ist dann schon beruhigender zu lesen, als wenn die Oberärztin sagt: Lassen sie das lieber abklären (was ich ja auch getan habe..), das ist schon nicht mehr gut. Und sie hat wenn es hochkommt fünf meiner Krankheitsfälle im Jahr.
Naja lange Rede kurzer Sinn: Ich schau mir jetzt noch Sandmännchen mit der Kleinen an und verschwinde dann ab ins Bett.
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