Guten Morgen liebe Welt!
Wir haben es kurz nach 8 und ich habe ein kleines Kind mit starker Bronchitis im Bett liegen. Für morgen war eigentlich eine Polypen OP bei ihr geplant, allerdings mussten wir diese ja nun verschieben, auf den 13. März. Ist ein bisschen blöd, weil ich diese Woche ja noch "Schonfrist" habe und diese OP nun optimal "gepasst" hätte, wer weiß wie es mir im März geht.. Nunja.. Wenn es kommt, dann kommt es dicke!
Gestern Morgen habe ich in der onkologischen Tagesklinik angerufen um zu fragen wie es weitergeht, wenn die Befunde da sind, ob ich mich melden soll oder ob ich angerufen werde. Die Dame sagte mir, dass ich angerufen werde und vermutlich sehr bald, solle ich bis morgen früh nichts gehört haben, soll ich anrufen. Oje, jetzt wird’s ernst! Sobald Frau Benk sich meldet, weiß ich nämlich, ob ich einen etwas besser behandelbaren Morbus Hodgkin habe, oder einen etwas aggressiveren Non Hodgkin, sowie in welchem Stadium sich das ganze abspielt und ob mein Rückenmark befallen ist. Dann kann es eigentlich schon gleich mit der Chemo losgehen, denn die oben genannten Befunde werden ja gebraucht um die Richtige Chemo zu verabreichen, da gibt es wieder dutzende mit unterschiedlicher Zyklusdauer. Ich habe so viele Fragen an Frau Benk, ich sollte sie mir noch Mal alle aufschreiben.
Gestern war ich noch beim Hausarzt und habe einen Pflasterwechsel bekommen. Außerdem gab es von der Krankenkasse das OK für die Haushaltshilfe für die Chemozeit, die Unterlagen sollten heute eingehen. Desweiteren bekomme ich einen Taxischein, dass ich dann immer mit dem Taxi ins Krankenhaus zur Chemo fahren kann und nicht selber fahren muss. Auch gut.
Dann wird es (soviel wie ich bisher mitbekommen, gelesen und gesagt bekommen habe) so ablaufen, dass ich morgens um 8 im Krankenhaus bin, erst Mal mein Blut "gecheckt" wird ob ich soweit fit bin um die Chemo zu erhalten. Wenn das Blut ausgewertet wurde, rühren Sie die Chemo an, welches auch ein Weilchen dauert. Und dann sitzt man eben rum, ein paar Stündchen, lässt sich zuerst (alles über Vene, später vielleicht Port) einige Medikamente verabreichen die die Nieren schonen um das Chemogift besser abbauen zu können, sowie einige andere, die z.B. dafür sorgen sollen das einem nicht ganz so übel von dem Ganzen wird, usw. Dann kommen die Zytostatika. Das sind dann eben je nach Chemoart verschiedene Substanzen die dafür sorgen, dass vor allem die Zellteilung von schnell-wachsenden Zellen hemmt. Krebszellen sind solche Zellen. Aber eben auch eine handvoll "gesunde" Zellen, sodass eben eine Chemo alles andere als angenehm ist und man sich voraussichtlich einige Tage nach der Verabreichung ziemlich mies fühlen wird. Vor allem die Leukozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind, leiden sehr, sodass man sehr aufpassen muss das man nicht krank wird. Der Clou dabei ist, dass gesunde Zellen, wie eben die Leukozyten, sich regeneriren können, mutierte Zellen können das in der Regel nicht und so wird der Krebs Schritt für Schritt die Luft ausgeblasen (so der Plan!). Nebenwirkungen sind eben das in den allermeisten Fällen die Haare ausfallen (für mich das kleinere Übel, die wachsen auch wieder nach und nach Beurteilung anderer Betroffener sogar viel dichter und schöner als vorher!), Übelkeit, Unwohlsein, Erbrechen, und allgemeine Schwäche für ein paar Tage. Danach erholt sich der Körper dann von der "Giftzufuhr" für eine geraume Zeit (je nach dem), bis eine neue Chemo angesetzt wird. Soweit mein bisheriges Wissen. Wie die Praxis dann letztendlich aussieht, werde ich dann selbstverständlich berichten. Bin ganz gespannt ob ich heute noch einen Anruf erhalte. So, ich muss mich jetzt mal weiter um mein krankes Mäuschen kümmern, die Arme liegt echt matschig da.. Alles Mist mit diesem Krankheitsscheiß :(
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