Samstag, 2. Februar 2013

Heute ist mein erster Eintrag!

Premiere!

Heute schreibe ich meinen ersten Blogeintrag auf diesem Blog. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal zu so einem Thema schreiben werde. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, einen Blog zu haben. Über das Leben mit meinen zwei Kindern, meiner Patworkfamilie, meiner Leidenschaft das Fotografieren, oder einfach so. Jetzt schreibe ich aber einen Blog über Krebs. Ich denke einfach, dass mir das helfen wird zu verarbeiten was da passiert. Ich hoffe über den Blog auch gleichgesinnte zu finden um mich austauschen zu können. Würde mich daher über jede Kontaktaufnahme freuen! 

Angefangen hat bei mir alles im Sommer 2012. Nackenschmerzen. Unerklärliche Nackenschmerzen. Ich schob es erst auf die ungünstige Haltung die ich so beim Surfen vorm Laptop einhielt, aber es wurde nicht besser. Auch Muskelentspannende Spritzen von Arzt brachten nur kurzzeitige Besserung. Ich nahm es erst einmal so hin.

Im Spätsommer bemerkte ich dann erstmals den Knoten am Hals. Ich bin sofort damit zum Arzt gelaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht Mal, dass dies ein Lymphknoten war. Der Arzt beruhigte mich, es gäbe tausende Gründe warum er anschwellen würde. Da ich auch gerade meine Weißheitszähne bekam und das ganze relativ schmerzhaft war, schob ich es darauf. Aber der Knoten verschwand nicht. 

Anfang Dezember ging es mir dann auch immer mieser. Ständige Müdigkeit, sehr schlapp, ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Das Blutbild beim Arzt sorgte dann für Panik:

CRP bei 100 (Norm -5)
BSG 90/110 (Norm 1/2)

Sowie noch sämtliche andere Werte die entweder zu hoch oder zu niedrig waren. 
Kurz vor Weihnachten hat mich mein Hausarzt dann das erste Mal ins örtliche Krankenhaus eingewiesen auf Grund der besorgniserregenden Blutergebnisse. Aber da es Wochenende war, wurde nur ein EEG geschrieben und eine Blutabnahme, die minimale Besserung zeigte. So wurde ich vorerst wieder nach Hause geschickt, da vor Weihnachten "eh nichts mehr passieren würde" und ich auch gerne Zuhause bei meiner Familie sein wollte. In der Zeit habe ich viel gegoogelt und wurde auch relativ schnell auf Hodgkin Lymphome aufmerksam. Ich hatte sofort die Intuiton das es genau DAS ist.

Anfang des Jahres bin ich dann wieder zum Hausarzt maschiert um das Blut checken zu lassen. Der CRP lag "nur" noch bei 65 und mein Hausarzt sagte, das würde eigentlich gegen was böses sprechen, wäre sicherlich ein hartnäckiger Virus. Nach der Gabe von einem Breitbandantibiotika bin ich nach 2 Wochen abermals zum Arzt hin, weil einige Tage ging es mir echt hervorrangend, dass ich wirklich dachte ich hätte mir wirklich irgendwas bakterielles eingefangen das nun ausgeschleust wurde. Pustekuchen! CRP wieder bei 100 sowie die Info, das sämtliche Infektionskrankheiten wie EBV, Tuberkolose, Toxoplasmose, Tonsillen usw ausgeschlossen werden können. Jetzt habe ich das erste Mal wirklich Panik bekommen und mich in einem Krebs Forum angemeldet. Was ich laß gefiel mir nicht. Alle Erfahrungsberichte gleichten meinen bisherigen wie die Faust auf's Auge. Aber so laß ich auch, dass der Hodgkin sehr hohe Heilungschancen hat und man noch lange kein Todesurteil durch diese Krankheit bekommen würde. 

Ich begann sofort auf eigene Faust mir Termine für ein eventuelles "Staging" zu besorgen, da ich auf jeden Fall eine stationäre Aufnahme so weit es geht vermeiden wollte. So kam bei der Sono raus, was ich vermutete: Multiple Raumforderungen auf der Milz. Sofortige Abklärung! Ich ließ mir einen Termin in einer chirugischen Ambulanz geben um den Lymphknoten am Hals entfernen zu lassen, da man nur durch die Gewebeprobe bestimmen kann, OB und um WELCHEN genauen Krebs es sich handelt. Die Warterei nach dem Eingriff auf das Ergebnis war alles andere als angenehm. Und als dann auch noch herauskam, dass der Arzt quasi "gepfuscht" hat, da er nicht das richtige Gewebe entnommen hat, war die Probe unbrauchbar. Die ganze OP für die Katz. Mein Hausarzt besorgte mir daraufhin sofort einen Termin am nächsten Tag auf der onkologischen Tagesklinik im Malteser St. Franziskus Hospital zum CT. ENDLICH fühlte ich mich gut aufgehoben! Die Oberärztin Frau Dr. Benk ist sehr nett und hat mich nach Feierabend angerufen um mit mir am Telefon die ausgewerteten CT Bilder zu besprechen. Sieht nicht gut aus. Alles befallen. Darum muss ich sofort "nochmal unters Messer", damit man endlich die Krebsart bestimmen kann um handeln zu können. Da sie auch vermutet das mein Knochenmark bereits befallen ist, wird bei der OP die diesmal oberhalb des rechten Schlüsselbeines stattfindet, gleich eine Knochenmarkspunktion mitgemacht. Ein Schnellschnitt des Knotens erhärtet den Verdacht: Krebs. Vier Stunden nach dem Eingriff darf ich nach Hause. Der Eingriff am Becken fühlt sich an "wie vom Pferd getreten" und auch die Wunde am Schlüsselbein schmerzt mehr wie die am Hals. Das alles war gestern. Nun warte ich auf die Ergebnisse, sodass ich bald endlich gegen das "ARSCHLOCH" kämpfen kann. Diese erwarte ich Ende nächster Woche. Momentan bin ich stark und gefasst. So habe ich ja viel über das Thema gelesen und weiß in etwa was mich erwarten wird. Ich habe noch kein Todesurteil bekommen, sondern bis dato die besten Prognosen. Daran klammere ich mich und werde kämpfen. Und so oft es geht in diesen Blog schreiben, es hilft mir ungemein und soll auch für später eine Erinnerung für mich und meine Kinder sein... 

2 Kommentare:

  1. Inga du rockst das !!!! Du machst den Krebs fertig !!!! ich glaub an dich !

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  2. Dann hoffe ich, dass dir das Schreiben hier hilft, und wir als Leser dir vielleicht das ein oder andere Mal etwas Mut und Kraft geben können. Meine Aufmerksamkeit hast du, inklusive meiner Daumen und Gebete, dass alles gut wird!

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